Verkopfte Argumente gegen die Rückgabe der 8 Stadtschlossfiguren!

3 Stadtschlossfiguren auf dem Westflügel der HumboldtUniversität zu Berlin

Auf der 57. Sitzung des Potsdamer Stadt Forum haben sich die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit der Berliner Denkmalpflege in trauter Einigkeit zusammengetan, um die berechtigte Rückforderung der 8 Stadtschlossfiguren zu unterbinden. Dazu gesellt sich ein OB, der die Hände hebt und sagt, er kann nichts machen. Ihm seien die Hände gebunden. Kein Sterbenswörtchen darüber, dass er es sich wünscht, dass die Figuren wieder an ihren alt angestammten Platz kommen sollen. War da nicht ein Wille und ein fester Auftrag vom Stadtparlament?

Der Landeskonservator Berlin Prof. Dr. Haspel spricht davon, dass Denkmalpflege für die Bürgerinnen und Bürger da ist! Sie sollen über ein Denkmal nachdenken.

Richtig sagen wir!

Wir wollen nachdenken über unsere Geschichte und das tun wir, wenn am Ort, wo diese Geschichte stattgefunden hat auch das Denkmal steht.

Ja, sagt man da, die Zeitschichten sind wichtig, man dokumentiert mit dem Verbleib der Figuren auf der Humboldt Uni die Zeit der DDR und ihr Bemühen, um die Heilung der Kriegsschäden.

Es ist nicht glaubhaft, dass ein normaler Bürger ohne tiefe wissenschaftliche Kenntnis diese Zeitschicht durch die 8 Figuren auf dem Dach der Uni erkennt. Es wird auch nicht in irgendeiner Weise inhaltlich transportiert. Weder durch eine Broschüre noch durch eine Tafel.Wir wetten die Berliner hören zum ersten Mal davon, dass die Figuren aus Potsdam stammen.

Das sind alles sehr fadenscheinige Argumente, die da gestern auf dem Stadt Forum Potsdam angeführt wurden.

Klartext: Man will sie nicht zurückgeben, was von der Seite der Berliner Universität verständlich ist.

Dass aber die Stiftung und der OB hier mit ins gleiche Horn stoßen empört uns im höchsten Maße. Wieder einmal wird bürgerliches Engagement mit den Füssen getreten. Zuletzt das Ausschlagen eines Erbes von 50.000 € zur Wiederaufstellung des Denkmals des Soldatenkönigs und Stadtgründers im Lustgarten und jetzt die Stadtschlossfiguren.

Hier können wir nur der Politik zurufen:
Bewege sie sich – es gibt Arbeit!

Prof. Kulka, der Architekt des Landtagschlosses, hat einen bedenkenswerten Kompromiss vorgeschlagen, der der Berliner Seite und uns Potsdamern gerecht wäre:
Von den 8 Stadtschlossfiguren auf der Humboldt-Universität zu Berlin verbleiben 4 in Berlin und 4 kehren zurück nach Potsdam. Dieser Vorschlag ist realisierbar, weil nur auf der Außenattika des Stadtschlosses Figuren aufgestellt werden sollen, aber nicht auf der Innenhofseite.

Schafft eine Lösung für diese vertrackte Situation, denn wir werden keine Ruhe geben, wenn hier nicht eine zufriedenstellende Lösung gefunden wird!

Siehe auch Beitrag in der rbb-Abendschau vom 3.11.2016:

Wir warten auf Heimkehr