Synagogenneubau - Mitteschön mischt sich ein!

Die in letzter Zeit heftig geführten Diskussionen um unsere neue Synagoge haben wir sehr aufmerksam und intensiv verfolgt.

Synagoge

Es ergibt sich für uns folgende Situation:
Da gibt es einen Bauverein, der mit großem Einsatz und ehrenamtlichen Bemühen den Synagogenbau erfolgreich vorangetrieben hat. Ziel war hier ein Gebäude zu errichten, das nicht nur eine Synagoge beinhaltet, sondern gleichzeitig dem Bedürfnis der jüdischen Gemeinde in Potsdam, die mehrheitlich aus russischen Einwanderern besteht, in Form eines integrierten Gemeindezentrums Rechnung zu tragen. Beides sollte auf das Grundstück passen. Folglich musste der Siegerentwurf von Haberland die Fläche des Synagogenanteils klein halten, zu Gunsten mehrerer kleinerer Funktionsräume.

Da gibt es einen Rabbi, der die Hände hebt und sagt: “Da mache ich nicht mit!“ Diese Gemeinde entspricht nicht meiner Vorstellung von gläubigem jüdischem Leben.

Da gibt es den jüdischen Potsdamer Dirigenten Ud Joffe mit seiner Betgemeinschaft, deren Vorstellung von einer Synagoge eine ganz andere ist und die extra eine eigene Synagogen- gemeinde gegründet haben. Versuche seitens Joffe einen konstruktiven Dialog über des Synagogenbau zu führen, wurden leider abgeschmettert.

Da gibt es ein Leitbautenkonzept für unsere neue-alte Mitte, das allgemeine Zustimmung in der Stadt gefunden hat und nach dem gebaut werden soll.
Moderne Architektur – ja, aber immer im städtebaulichen Kontext gesehen!
Ein attraktiver Sakralbau, der auch als solcher erkennbar ist, sollte die neue Synagoge werden, denn dies wird unsere Landessynagoge, der Mittelpunkt jüdischen Lebens in Brandenburg.

Das ist für unsere Begriffe bei dem geplanten Bau nicht der Fall.

Da gibt es einen Ministerpräsidenten, der jetzt klargestellt hat, dass für ihn der jetzige Siegerentwurf der Synagoge so in Ordnung ist. Damit stoppt er leider die bisherigen Versuche eines Dialoges der jüdischen Gemeinde untereinander und auch die der engagierten nichtjüdischen Potsdamern.

Mitteschön fordert:
Kein Abwürgen der Diskussion über ein solch wichtiges Gebäude in unsere Stadt!

Den Vorschlag von Wieland Eschenburg, der eine Dialogphase zu den vorliegenden Plänen anregt, in Erwägung zu ziehen, mit dem Ziel, eine Synagoge als Sakralbau für alle Juden der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen zu bauen.

Barbara Kuster
im Namen der Bürgerinitiative Mitteschön