Ja zur Vollendung der Garnisonkirche

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JA, ich bin für die Vollendung des satzungsgerechten Wiederaufbaus der Garnisonkirche Potsdam mit Turm und Kirchenschiff!

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Aubels Kompromissvorschlag und die unbequeme Wahrheit zum Potsdamer Rechenzentrum

Gemini generated: Garnisonkirche ohne Rechenzentrum mit Stadtkanal und viel Grün

Die öffentliche Debatte zum Rechenzentrum ist durchdrungen von Hoffnungen, Versprechungen und – ja, sagen wir es deutlich – von gezielten Desinformationen. Wir verstehen den Wunsch, diesen Ort als soziokulturelles Zentrum in Potsdam zu erhalten. Aber Wünsche werden nicht dadurch Realität, dass man sie laut genug ausspricht. Und Unwahrheiten werden nicht dadurch zu Fakten, dass man sie hartnäckig wiederholt.

Was wir brauchen, ist nicht noch eine Verlängerung, nicht noch eine Hoffnung auf Wunder, wie die Oberbürgermeisterin Frau Noosha Aubel es jetzt mit ihrem 7 Jahre Erhalt und dann Abriss vorschlägt. Es wird Zeit, dass man sich der unbequemen Realität stellt.

Hier die Einschätzung von Mitteschön zur Faktenlage.
Anlass: Aubels Kompromissvorschlag
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel schlägt vor: Weitere sieben Jahre Nutzung des Rechenzentrums bis 2033, dann Abriss. Ein Versuch, beide Seiten zu befriedigen. Das funktioniert nicht, denn ihr Kompromissvorschlag ruht auf dem gleichen fehlerhaften Fundament wie das Nutzungskonzept aus dem Rechenzentrum von 2025:

✗ RA Luther-Stellungnahmen (Januar/April 2026): Rechtlich nicht haltbar, Bebauungsplan wird in
Normenkontrollverfahren angegriffen
✗ Belius-Machbarkeitsstudie (Mai 2025): Unterfinanziert, wirtschaftlich nicht lebensfähig
✗ Drees & Sommer-Prüfung (Dezember 2025): Mangel überall, Kostenprognose nicht valide, technische
Untersuchungen fehlen

Fazit: Dauerhafter Erhalt funktioniert nicht. Aubels 7-Jahre-Variante funktioniert deshalb auch nicht.

Die Desinformationen und Unwahrheiten
1: Es geht ohne Baugenehmigung!
Das Rechenzentrum war 1971 als Bürogebäude genehmigt. Heute ist es ein soziokulturelles Zentrum – völlig andere Nutzung. Jede Sanierung bei Umnutzung erfordert eine neue Baugenehmigung. Das ist nicht diskutierbar. Es steht in der Bauordnung Brandenburg (BbgBO) und dem Baugesetzbuch (BauGB). Das ist Gesetz und nicht verhandelbar.

2: Das Nutzungskonzept nach 2026 aus dem Rechenzentrum funktioniert!
Fünf unabhängige Gutachter sagen klipp und klar: Es funktioniert nicht. Unterfinanziert. Nicht lebensfähig.
Geht nicht ohne Baugenehmigung mit allen Konsequenzen.

3: Die Stiftung Garnisonkirche blockiert aus Böswilligkeit!
Die Stiftung hat einen vertraglich verbrieften, rechtlich legitimen Anspruch auf Baufreiheit für ihr Grundstück. Die Stiftung hat konstruktiv verhandelt und das Rechenzentrum über 10 Jahre bis Juli 2026 geduldet. Sie blockiert nicht – sie nimmt ihre Rechte wahr. Und sie darf nicht zustimmen, weil es gegen ihre eigene Satzung verstößt.

Weshalb Erhalt nicht möglich ist: Die Baugenehmigung und ihre Konsequenzen.

Das ist der Kern der Sache:
1. Baugenehmigung wird erforderlich – wegen eindeutiger Nutzungsänderung
2. Baugenehmigung führt zur Frage: Ist die heutige Nutzung überhaupt zulässig? – Antwort: Nein.
Sie ist nicht im Bebauungsplan festgesetzt.
3. Also muss der Bebauungsplan geändert werden – Dafür braucht es die Zustimmung der
Stiftung Garnisonkirche (Teilgrundstückseigentümerin). Die Stiftung kann nicht zustimmen
– weil sie damit gegen ihre Satzung verstoßen würde.
4. Sanierungssatzung muss geändert werden – Bisheriges Ziel: Abriss und Neuentwicklung.
Neues Ziel: Erhalt. Auch dafür: Zustimmung der Stiftung erforderlich. Auch die wird nicht erteilt.
5. Vollsanierung kostet 30 Millionen Euro – Plus Entschädigungen an die Stiftung
(möglicherweise 5–10 Millionen Euro). Die Stadt hat diese Mittel nicht und wird sie nicht bereitstellen.
6. Finanzierung für Abriss 2034 ist nicht gesichert – Aubels Kompromiss endet 2033 mit Abriss.
Aber wer zahlt den Abriss? Die Stadt? Kein Geld. Die Stiftung? Nicht ihre Aufgabe.
Resultat: 2033 würde ein neuer Streit beginnen.

Forderungen an die Politik
1. Akzeptiert die Realität Lest die Gutachten von Luther, Belius, Drees & Sommer und GGSC.
Das Rechenzentrum kann nicht unbegrenzt erhalten werden.
2. Beendet die Desinformation Das Nutzungskonzept funktioniert nicht.
Ohne Baugenehmigung geht es nicht. Die Stiftung ist kein Feind, sondern Rechtsträgerin.
3. Teilt euren Bürgern die Wahrheit mit: Das Rechenzentrum wird bis zum 31. Juli 2026.freigezogen.
Das ist vertraglich so festgeschrieben, und nicht die Schuld der Stiftung Garnisonkirche,
die mehreren Verlängerungen schon zugestimmt hat. Das ist eine Realität , mit der wir
umgehen müssen.
4. Schafft echte Alternativen. Das neue Kreativ-Quartier eröffnet Herbst 2026
– mit Ersatzräumen für Kreative. Der Lange Stall ist eröffnet. Weitere Kreativräume in der Stadt fördern.
Das ist die echte Lösung, nicht die Rettung einer Illusion.
5. Plant den Abriss und die Zukunft Schneller, sauberer Abriss 2027–2028.
Neuplanung für das Grundstück: Garnisonkirche, Stadtplatz, neue Nutzungen.
Klare, verlässliche Perspektive statt weiteres Zögern.

Fazit
Die Wahrheit ist manchmal unbequem. Aber sie ist die einzige Basis für echte Lösungen.
Potsdam braucht keine weiteren Hoffnungen.
Potsdam braucht Klarheit, Verlässlichkeit und einen ehrlichen Plan.
Lesen Sie die Gutachten. Verstehen Sie die Fakten. Und entscheiden Sie dann richtig.

Mitteschön 28. April 2026

Luftbild neues KreativQuartier Karoline Wolf

Wenn Schweigen Zustimmung wäre – Warum wir Bernd Rubelt nicht allein lassen

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Die öffentliche Forderung nach Distanzierung, nur wegen privater Teilnahme an einer Lesung, hat viele Menschen in Potsdam empört. Wir setzen ein Zeichen – für Meinungsfreiheit, für persönliche Verantwortung und für unseren Baubeigeordneten Bernd Rubelt.

Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos)

Die Angriffe auf unseren Baubeigeordneten Bernd Rubelt wegen seiner privaten Teilnahme an der Tellkamp-Lesung in der Kulturscheune Marquardt sind ein Tiefpunkt der politischen Kultur in Potsdam.

Die pauschale Verurteilung einer literarischen Veranstaltung mit einem Buchpreisträger als „neurechts“ und die moralische Erpressung unseres Baubeigeordneten sind Ausdruck eines Gesinnungsklimas, das Meinungsfreiheit nur noch unter Vorbehalt zulässt.

Rubelt hat nicht eingeladen, nicht gesprochen, nicht moderiert. Er hat seiner Frau beim Aufbau geholfen – mehr nicht. Dass ihm daraus eine Nähe zu rechtsextremen Positionen unterstellt wird, ist nicht nur absurd, sondern erinnert an die Praxis kollektiver Verdächtigung – ein Muster, das wir aus der DDR kennen, wo Familienangehörige für die Haltung Einzelner haftbar gemacht wurden.

Teile von SPD, Grünen, LINKE und Die aNDERE fordern nun eine öffentliche Distanzierung von angeblich „rechtsextremen Bestrebungen“: Keiner aus diesen 4 Parteien ist auf der Veranstaltung gewesen.
Das ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, auf die Unabhängigkeit privater Lebensbereiche – und auf das Prinzip, dass Verantwortung individuell bleibt.

Am 10. 10. 2007 wurde das „Neue Potsdamer Toleranzedikt“ veröffentlicht.
Darin heißt es:  »Toleranz bedeutet für die Potsdamer: Respekt und Akzeptanz des Anderen; aufeinander zugehen und miteinander ins Gespräch kommen; zuhören können; Unterschiede als Bereicherung erfahren; Konflikte zivil austragen; an die Stelle der Ausgrenzung die Integration setzen; Toleranz und Solidarität verbinden; Mobbing, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und politischen Extremismus nicht zu dulden.« ( Heinz Kleger [Hg.]: Potsdamer Toleranzedikt. Für eine offene und tolerante Stadt der Bürgerschaft, Potsdam 2008, S. 6). 

Wir, die Unterzeichnenden, stehen geschlossen hinter unserem Baubeigeordneten Bernd Rubelt:
UNTERZEICHNENDE:

Barbara Kuster, Ulrich Zimmermann, Dr. Hans-Rheinheimer, Dr. Wieland Niekisch,
Otto Schulz, Monika Ludwig, Werner Pahnhenrich, Bärbel Schälicke, Rudolph von Kettler,
Volker Schobess, Friedrike Sehmsdorf, Sven Peters, Claudia Griessel-von Blücher,
Jan Jacobi, Dr. Roger Töpelmann, Prof. Dr. Peter Stephan, Hans Berg, Arno Gorgels,
Andreas Kitschke, Prof. Dr. Günther Rüdiger, Dr. Lutz Schirmer; Dr. Christian Dettmering,
Carsten Zedler, Elisabeth Karth, Martin Reichert / David Chipperfield Architects,
Dieter Eckert, Sigrid Grabner, Klaus-Peter Mehls, Bettina von Fink, Monika Schulz-Fieguth,
Matthias Jacob, Manfred Hildebrand, Horst Prietz, Thomas Albrecht, Volker Frhr. von Wangenheim,
Prof. Ludger Brands, Julia Theek; Dr. Saskia Ludwig, Dr. Hansjürgen Bals,  Mara Pinardi,
Erik von Grawert-May,  Evelyn Wittkowski, Maria von Pawelsz-Wolf, Falko Folz,  Dr. Michael Schöne,
Prof. Dr. Roland Körber; Henning Hubertus von Steuben, Günter K. Schlamp, Rainer Gebhardt,
Brigitta Graalfs, Jürgen Graalfs, Rainer Kruse……………….


 weitere Unterschriften werden nachgereicht.

Hier können Sie die vollständige Pressemitteilung lesen:
[Pressemitteilung vom 13.11.2025 – PDF öffnen oder interner Link]

Wenn auch Sie die Erklärung mittragen möchten, schreiben Sie uns: info@mitteschoen.de

Presse:
Berliner Zeitung vor Ort am 9.11.2025 „Uwe Tellkamp in Potsdam über Anfeindungen von links: „Ich glaube, es ist mein Scheitel“ von Boban Dukic


Hängepartie für Potsdams vom Aus bedrohtes Rechenzentrum:

Garnisonkirchenstiftung gibt keine Zustimmung zur Änderung des Bebauungsplanes zum Erhalt des Gebäudes des Rechenzentrums.

Foto: Ottmer Wilmer PNN

In der letzten Sitzung des Kuratoriums der Garnisonkirchenstiftung hat aufgrund der „Komplexität des ins Auge gefassten Verfahrens“, „die etwaigen umfangreichen Auswirkungen von Änderungen des Bebauungsplanes und der Sanierungsziele“ sowie die „Vielzahl an offenen Fragen“ eine Zustimmung zur Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1 nicht erteilt.
Siehe auch PNN vom 7.10.2025 https://www.tagesspiegel.de/potsdam/landeshauptstadt/hangepartie-fur-potsdams-vom-aus-bedrohtes-rechenzentrum-stiftung-garnisonkirche-sieht-viele-offene-fragen-14501441.html
Die Kuratoriumssitzung am 7. Oktober war die letzte Sitzung vor Auslaufen der Mietverträge zum 31.01.2026 für die verbliebenen Nutzer im Rechenzentrum.

Weshalb die Stiftung so entschieden hat und weshalb das Nutzungskonzept zum Weiterbetrieb des Rechenzentrums ab 2026 aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, beschreibt Andreas Kitschke im Detail in seinem Beitrag zur Potsdamer Spitze 2025/01.

Nachzulesen hier: https://www.mitteschoen.de/wp-content/uploads/2025/10/Potsdamer_Spitze_2025_Beitraege_Kitschke_.pdf

  • Die Entscheidung über Abriss, Duldung oder Nutzungsuntersagung liegt allein bei der Stadt Potsdam, vertreten durch die Bauaufsichtsbehörde und die Eigentümerin Pro Potsdam.
  • Die Stiftung hat keine rechtliche oder verwaltungsrechtliche Befugnis, über die Nutzung des Rechenzentrums zu entscheiden.
Potsdamer Spitze 2025/01 der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam e.V.
https://www.garnisonkirche-potsdam.eu/

Jann Jakobs zum Steubendenkmal

Ansprache anlässlich des 295. Geburtstages von Friedrich Wilhelm von Steuben am 17. September 2025 auf dem Steubenplatz

Foto: Mitteschön

Sehr geehrter Herr Henning Hubertus von Steuben, sehr geehrte Frau Thibault, Frau Dr. Ludwig, sehr geehrter Herr Botschafter a.D. Bindenagel, Herr Dr. Niekisch, liebe Schülerinnen und Schüler der Steuben-Gesamtschule, sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst vielen Dank für die Einladung zur heutigen Gedenkveranstaltung aus Anlass des
295. Geburtstages von Friedrich Wilhelm von Steuben.

Wenn wir heute das Leben und Wirken einer der bedeutsamsten Persönlichkeiten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges würdigen, geschieht dies an einem Ort, der noch seiner Gestaltung bedarf,
der bedauerlicherweise noch nicht vollendet ist. Denn Potsdam besitzt den Steuben-Platz
(auf dem wir uns gerade befinden), benannt durch Beschluss der Potsdamer Stadtverordneten
– und das Steuben-Denkmal.

Gerade heute ist der Tag, an dem einmal mehr deutlich gesagt werden muss:
Jetzt muss das Denkmal endlich den immer schon angedachten Ort erhalten und
hierher auf den Steuben-Platz versetzt werden.

Die gegenwärtig geführte Diskussion um die Gestaltung des Steuben-Platzes, die dies infrage stellen will, ist teilweise befremdlich. Es ist zu bedauern, dass es nicht längst eine Entscheidung zur Gestaltung des Platzes sowie zur Versetzung des Denkmals dorthin gibt.

Der derzeitige Standort des Steuben-Denkmals an der Rückseite des Marstalls (!) – des heutigen Filmmuseums – ist allein der baulichen Situation des Alten Marktes von 2005 geschuldet.
Mit dem Grundsatzbeschluss der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung zur behutsamen Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte war klar, dass eine Gestaltung des Platzes sowie die Aufstellung des Steuben-Denkmals an seinem historischen Ort wegen der umfänglichen baulichen Maßnahmen
zum damaligen Zeitpunkt nicht sinnvoll gewesen wäre.

Nur vor diesem Hintergrund hat die Landeshauptstadt Potsdam entschieden, das Denkmal vorübergehend an der Rückseite des Marstalls aufzustellen. Alle damaligen Entscheidungen sind im Wissen um das Provisorium des Standortes getroffen worden.

Es gab keinerlei Zweifel daran, dass nach der Neugestaltung des Alten Marktes und seiner Bebauung, insbesondere nach Fertigstellung des Landtages, der wiederhergestellte Steuben-Platz der
dauerhafte Standort des Denkmals sein würde. Involviert waren hierbei auch die U.S.-Botschaft
sowie das U.S.-Verteidigungsministerium. Sie werden sich daran erinnern, Herr Bindenagel!

Es wäre ein politischer Affront gewesen, hätten Land und Stadt – also der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe und ich als Oberbürgermeister – seinerzeit erklärt, dass der provisorische Standort hinter dem Filmmuseum dauerhaft sein soll. Daran hat sich nichts verändert. Es wäre auch heute ein politischer Affront, das Denkmal nicht an seinen historischen Ort zu versetzen.

Den damaligen politischen Akteuren war die politische Bedeutsamkeit der Entscheidungen klar. Sie scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Umso wichtiger erscheint es mir, heute daran zu erinnern.

Die Wiederherstellung des Steuben-Platzes inklusive Denkmal, war immer Bestandteil der Leitidee zur Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte. So ist auch der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 2.03.2016 (mit dem entsprechenden Votum des Kulturausschusses) zur Wiederbenennung des Standortes in „Steuben-Platz“ im Sinne dieser Leitidee nur folgerichtig. Die Benennung ist nicht aus Gleichgültigkeit oder Nachlässigkeit so beschlossen worden. Es sollten vielmehr bewusst die stadtbildprägenden Straßenbeziehungen in der Potsdamer Mitte und um den Landtag wiederentstehen und wiedererlebbar gemacht werden. Die Wiederherstellung des Platzes mit dem Denkmal war vor dem Hintergrund des Wissens um das Provisorium des aktuellen Standortes bei allen politischen Akteuren immer mitgedacht.

Nicht nur das negiert die jetzige Debatte um Bedeutung und Wirkung des Denkmals, die geführt wird, kurz bevor mit den konkreten Arbeiten zur Gestaltung des Platzes und der Versetzung des Denkmals begonnen werden kann.

Die nun vorgetragenen Argumente gegen die Aufstellung des Denkmals richten sich gegen jedwede ehrende Erinnerung an Steuben. Dazu hat es bereits entsprechende Debatten und Beschlüsse der Stadt gegeben. Sie sind bis heute nicht in Zweifel zu ziehen.

Es war Steuben, der den US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gewinnen half. Der entscheidend dazu beigetragen hat, dass der Traum der amerikanischen Unabhängigkeit verwirklicht werden konnte. Der deutsche Mitbegründer einer zutiefst demokratischen Bewegung. Der ein multikulturelles Heer verschiedenster Nationalitäten erfolgreich organisierte und befehligte.

Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn ein Platz, der nach Steuben benannt ist, gestaltet wird, und das dazu gehörige Denkmal – gestiftet, um auf den nach ihm benannten Platz zu stehen – nicht einmal 50 Meter entfernt möglichst unauffällig sein Dasein fristet.

Es ist die Stunde für eine politische Entscheidung in Potsdam. Diese kann nur lauten:
Steuben gehört auf den Steuben-Platz!

Steuben verkörpert, was die demokratischen Grundwerte der USA ausmachen.
Daran gerade heute zu erinnern, scheint mir die angemessene Form der Würdigung des Wirkens
von Friedrich Wilhelm von Steuben aus Anlass seines 295. Geburtstages zu sein.

Jann Jakobs

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam von 2002 bis 2018