Kommentierung der Entwürfe Los 5 – 9

Los 5 (Hellmund-Giesebarthsches Haus; Architekt Boumann) Alter Markt 13/14; Schwertfegerstraße 14, Alter Markt 15

Ein Entwurf für das 1797 nach dem Brand der Nikolaikirche 1795 neugebaute Eckhaus (Erstbewohner: W. Hellmund (Koch) und H. Giesebarth (Schumacher)) war erwarteter Weise schwierig zu erstellen. Dies lag auch an den vieldeutigen und unklaren Formulierungen des Gebäudepasses.

 

Alle 4 Entwürfe richten sich nach der Struktur des Baus nach Wiederaufbau, also einem dreigeschossigen Barockhaus mit Mittenbetonung, dass um ein weiteres, überhöhtes Geschoss aufgestockt wurde. Diese Wiederholung führt zwar zu mehr Geschichte in der Fassade (die Denkmalpflege würde das oberste Geschoß konsequenter Weise grau streichen lassen, um die Aufstockung kenntlich zu machen) andererseits zu einer Unausgewogenheit der Komposition (das Auge erwartet die Mezzaninfenster im obersten Geschoß).

Angesichts der außergewöhnlichen stadtgeschichtlichen Bedeutung des Baus in Folge des Brandes der Nikolaikirche begrüßt Mitteschön jedoch die Wiederholung des eigentlich Abweichenden.

 

Zum Verständnis ist das Putten Relief des Eingangs genauso unverzichtbar wie die Figurengruppe der Abundantia, die über der brandgeschädigten Stadt ihr Füllhorn ausgießt. Dies ist wohl am besten im Entwurf 5D geschehen; die Sonnenreliefs in den Rundbogenfenstern des Erdgeschosses sollten ergänzt werden. Die Gesimse sind wohl in allen Renderings unglücklich dargestellt.

Für den Eckbau ist 5D die Vorzugsvariante, 5B könnte jedoch mit wenigen Ergänzungen/Überarbeitungen gleichziehen.

Angesichts der Entwürfe für die Schwertfegerstraße 14 (historische Fassade unten) und den Alter Markt 15 die zum gleichen Los gehören, ergibt sich jedoch ein deutlicheres Bild. Bei 5d sind beide Entwürfe misslungen und auch durch Überarbeitungen kaum zu verbessern.

Entwurf 5B ist die Schwertfegerstraße mit ihren Rundbögen zwar einwandfrei modern, aber sauber und gut proportioniert. Die Bögen passen gut in die abwechslungsreiche Schwertfegerstraße. Über die Details sollte nochmals nachgedacht werden. Der Alte Markt 15 nimmt sich zurück. Leider war das Bildmaterial in der Ausstellung nur schwer zu interpretieren – kein erkennbares Rendering der wichtigen Fassade zum Alten Markt hin

 

Empfehlung: 5B mit Ergänzungen am Eckbau und Überarbeitungen am Alten Markt
Ablehnung: 5A und 5C Offen: 5D 

Los 5A, Bieter 21083
Ablehnung
Los 5B, Bieter 21084
Empfehlung mit Ergänzung
Los 5C, Bieter 21085
Ablehnung
Los 5D, Bieter 21086
offen

Los 6 (Alter Markt 16)

 
 
 
 

Unter den Entwürfen ist die eher klassizistische Arbeit 6A eine gangbare Option. In der Überarbeitung sollte überlegt werden, ob der mittlere Eingang als Betonung nicht den Rundbogen seines Vorgängers übernehmen könnte.

Der Entwurf 6D macht zwar aus einem wohlproportionierten 5-achsigen Bau einen langgestreckten 7-Achser – das kann aber auch nur die Perspektive sein. Für den Bauplatz nahe der Nikolaikirche kann dieser Entwurf wie 6A eine gute Lösung sein. Warum an der Nikolaikirche eine große Einfahrt sein muss scheint unklar.

Leider sind die Nutzungen der Entwürfe in der Ausstellung abstrahiert. Gastronomie wäre hier eindeutig zu bevorzugen, eine große Durchfahrt wie im Entwurf 6D ist eher unpassend.

Die Kaufhausarchitekturen 6B und 6E werden abgelehnt: ortsfremd und ohne eigene Qualität.

6C ist zwar traditionell und nimmt den historischen Bau auf, die Pilaster erscheinen – gerade neben dem Knobelsdorff an der Ecke – viel zu wuchtig. Zudem weisen sie ins Nichts, hier fehlten konsequenter Weise Attikafiguren oder -Vasen. Dies jedoch würde dem Bau in der Reihe eine zu große Bedeutung zukommen lassen und zu stark in Konkurrenz zum Knobelsdorff stehen. Vielleicht überzeugt eine Überarbeitung der Dach Zone.

Ganz unten: historische Abbildung.

Empfehlung: 6A und 6C, jeweils mit Überarbeitungen Ablehnung: 6B und 6D und 6E

Los 6A, Bieter 21088
Empfehlung mit Überarbeitung
Los 6B, Bieter 21089
Ablehnung
Los 6C, Bieter 21090
Empfehlung mit Überarbeitung
Los 6D, 21091
Ablehnung
Los 6E, Bieter 21092
Ablehnung

Los 7 (Klingnersches Haus Alter Markt 17 (Architekt: Knobelsdorff) und Schloßstraße 1-3

Die Leitfassade des Klingnerschen Hauses scheint bei allen Entwürfen gelungen und durch die qualitätssichernde Begleitung der Denkmalpflege gesichert.

 

Die drei Entwürfe für den Bau Schloßstraße 1-3 sind allesamt unbefriedigend. Der noch am ehesten akzeptable Entwurf 7B ist für die Parzelle zu wuchtig und macht dem Stadtschloß Konkurrenz. Außerdem passen die Balkone nicht.

Der Auslober hatte sich vorbehalten einem Bieter einen weiteren Wettbewerb für den Bau Schloßstraße 1-3 aufzuerlegen. Davon sollte Gebrauch gemacht werden.

 

Sollte es nicht gelingen, für die übergroße Parzelle einen passenden Entwurf zu finden, sollten die Parzellen 1-3 wieder aufgeteilt und auf einen Großbau verzichtet werden. Das täte der Fassadenabwicklung der Schloßstraße zwischen den Dominanten des Plögerschen Gasthofes (Kommandantur) und dem Klingnerschen Haus (Alter Markt 17) ggf. gut.

Besonders ist darauf zu achten, dass die Parzelle Schloßstraße 2 wieder einen betonenden Giebel erhält, der beim Durchschreiten der Ringerkolonnaden von Süden nach Norden (die nach Wunsch der Stadt wieder an das Schloss angeschlossen werden soll) eine inszenierte Sicht darstellte.

Empfehlung: 7B, die Stadt sollte sich auf ihr Recht berufen und für die Parzelle Schloßstraße 1-3 einen Einzelwettbewerb fordern und/oder die Parzellen 1-3 wieder aufzuteilen.
Ablehnung: Entwürfe Schloßstraße 1-3 7A und 7C 

Los 7A, Bieter 21093
Ablehnung Schlossstrasse 1-3
Los 7B, Bieter 21094
Empfehlung
Los 7C, Bieter 21095 Ablehnung Schlossstrasse 1-3

Los 8 (Gleisbergersches Haus, Schloßstraße 4)

 

8A mit seiner aufgemalten und asymmetrischen Fassade ist wohl eher als humoristischer Beitrag zur Diskussion zu betrachten – über die Fassade kann man schon nach zweimaligem Hinsehen nicht mehr lächeln.

8B und 8C sind je eine klassizistische und eine moderne Lösung für die Parzelle, die jedoch die Qualitäten des Vorgängerbaus mit seinen repräsentativen Rundbögen vernachlässigt.

8D ist ein unentschlossener Entwurf, der in seinem Material (geschlämmter Ziegel?) unpassend erscheint. Die nach ober anschwellenden Pseudo-Pilaster sind manieristisch und ohne Bezug. Die bodentiefen Fenster am Steubenplatz werden durch die Wohnnutzung in der Regel vollständig verhängt, so dass die Sicht gestört wird. Die Geschosse trotz der Gastronomienutzung im Erdgeschoß nicht hierarchisiert – hier gehört ein überhöhtes Erdgeschoß in die Reihe.

 
 

Der Entwurf 8E mit seinen Schraffuren bleibt in der Materialität unklar, die Proportionen jedoch sind sauber. Statt der bodentiefen Fenster des 1. Obergeschosses würden Brüstungsfenster die Fassade beruhigen. In Putz denkbar.

Empfehlung: 8B oder 8E, jeweils mit Überarbeitungen Ablehnung: 8A Offen: 8C und 8D 

Los 8A, Bieter 21097
Ablehnung
Los 8B, Bieter 21098
Empfehlung mit Überarbeitung
Los 8C, Bieter 21099
offen
Los 8D, Bieter 21100
offen
Los 8E, Bieter 21101
Empfehlung mit Überarbeitung

Los 9 (Plögerscher Gasthof bzw. Kommandantur, Fuge und Schumannsches Haus, Schloßstraße 5)

 

Für den Plögerschen Gasthof als Leitfassade garantiert die qualitätssichernde Begleitung durch die Denkmalpflege ein gutes Ergebnis. Die Originalattikafiguren von Benkert sollten wieder auf das Dach, der herrliche Legionär Heymüllers für die Ecke nachgeschöpft werden.

Die Fuge scheint mit Glas bei allen Entwürfen passabel, solange sie nicht hinterleuchtet wird. Nur der Entwurf 9D schließt die Fuge allerdings überzeugend.

Das Schumannsche Haus (Schloßstraße 5) ist fast überall unbefriedigend. 9A entwirft eine einfache Bauklötzchen Struktur in der Referenz des Stella-Entwurfes für die Ostfassade des Berliner Schlosses.

9B versucht halbherzig, die Idee der pyramidenförmigen Bossierung der Medici-Bauten der Renaissance als Rückbezug der Sternpaneele der ehem. FH unterzubringen. Vielleicht ist es auch nur eine Adaption des Entwurfes von Goergens + Miklautz für das Bücherkaufhaus am Münchner Marienplatz. In jedem Fall ist das Ornament in der Attika falsch platziert und durch seinen Einsatzort vom Passanten kaum zu bemerken. Die Verwendung von zwei blechverkleideten Stützen, die sich in den Obergeschossen als anschwellende Pseudo-Pilastern fortsetzen, gehört ebenfalls nicht ins 21. Jahrhundert.

 
 

9C versucht sich mit gleichem Misserfolg am selben Thema und verwendet im Erdgeschoß zwei gründerzeitliche Gusseisen Säulen, die den darüber errichteten Bau in der Luft hängen lassen. Die Absturzsicherung aus Sternpaneelen (?) sind entweder Ironie oder lassen den Respekt gegenüber dem Motiv vermissen.

9D schlägt ein konsequent modernes Haus vor, das auch sauber proportioniert ist. Die Leuchten an der Traufe scheinen nicht zweckmäßig. Hier müsste auf Materialität (Putz?) geachtet werden.

Empfehlung: 9D mit Überarbeitungen Ablehnung: 9A, 9B und 9C 

Los 9A, Bieter 21102
Ablehnung
Los 9B, Bieter 21103
Ablehnung
Los 9C, Bieter 21104
Ablehnung
Los 9D, Bieter 21105
Empfehlung mit Überarbeitung

Fazit

Unsere Bewertungen für die Fassadengestaltung ergab für jedes Los mindesten einen Entwurf, der akzeptiert werden kann, wenn er auch der Überarbeitung bedarf.

 

Leider überwiegen bei 17 von insgesamt 37 eingereichten Entwürfen die Ablehnungen, weil sie den Respekt vor den Leitfassaden und eine Beachtung der Potsdam-typischen Gestaltungsmerkmale schmerzlich vermissen lassen.

Von großer Wichtigkeit scheint uns auch das Augenmerk auf die Gesamtensemblewirkung zu legen. Eine Hierarchie bzw. Gliederung des gesamten Fassadenablaufes als gestalterische Einheit ist teilweise nicht erkennbar. Könnte aber durch Überarbeitung geheilt werden.

Schade ist auch, dass die Dächer fast durchgängig mit Dachflächenfenstern oder Loggien perforiert werden. Mitunter hätte der Mut zu einer oder mehreren Gauben die Entwürfe harmonischer gestaltet.

Insgesamt fehlt auch der Mut zu mehr an Plastizität und Ornamentik in moderner Formsprache in den Fassaden.

Die Nutzungen konnten nicht beurteilt werden, da diese nur abstrakt beschrieben waren. Bei einigen Entwürfen erkennt man Gastronomie, bei vielen ist jedoch keine Erdgeschoßnutzung erkennbar.

Insgesamt dennoch ein erfreuliches Ergebnis des Wettbewerbes für Gestaltung in zeitgenössischer Architektur, dass die Chance offenlässt, die Einzigartigkeit des Gesamtkunstwerkes Potsdam in seiner Mitte wiederherzustellen.

 

Die Verantwortung liegt jetzt in den Händen der Auswahlkommission.

Bewertung der 37 Entwürfe im Quartier III am Alten Markt

Um das Ziel der Leitlinien und Ziele für die Potsdamer Mitte, nämlich „vorbildlichen Städtebau“ und „die Heilung und Ergänzung des Gesamtkunstwerks Potsdam“ zu erreichen müssen sich die Entwürfe an den Leitlinien messen lassen. Die Präambel der Leitlinien schreibt eine Beachtung der „Potsdam-typischen Gestaltungsmerkmale und überlieferten Gestaltungsregelungen“ vor, die das „eigenständige Wesen und die Atmosphäre dieser einstigen Residenzstadt geprägt haben“.

Da durch die Vorgabe des historischen Stadtgrund- und aufrisses und die damit verbundenen Kleinteiligkeit der Parzellierung wesentliche Vorgaben zur Wiedergewinnung der Gesamtensemblewirkung vorgegeben sind, haben wir uns auf die Fassadengestaltung der Entwürfe beschränkt. Das gilt insbesondere für die Entwürfe in zeitgenössischer Architektur außer den beiden Leitfassaden.

Bewertungskriterien waren dabei:

  1. Einhaltung der Ziele und Leitlinien des Leitbautenkonzeptes (Anlage 2 Leitlinien zur Gestaltung)
  2. Einhaltung der Vorgaben und Empfehlungen aus den Grundstückspässen ( Anlage 4 Grundstückspässe)
  3. Einhaltung Potsdam-spezifischer Gestaltungskriterien
    1. Vielfalt der geometrischen Formen
    2. Beachtung Goldener/Silberner Schnitt
    3. Fensterreihung- und –rhythmus
      (Ungerade Reihung 3/5/7)
    4. Plastizität, Detail und Ornamentik in
      moderner Formsprache

 

Siehe auch unser Video zu den Potsdam-spezifischen Gestaltungsregeln: Potsdam eine Stadt zum Verlieben.

Auf dieser Grundlage haben wir die Entwürfe für die einzelnen Lose bewertet und in drei Kategorien eingeteilt:

  1. Empfehlung: Entwürfe, die der Überarbeitung bedürfen.
  2. Ablehnung: Entwürfe, die die Vorgaben aus den Leitbautenkonzept nicht erfüllen oder Potsdam-spezifische Gestaltungsmerkmale gänzlich vermissen lassen und die unserer Einschätzung nach durch Überarbeitung nicht zu heilen sind.
  3. Offen: Entwürfe, die eventuell durch deutliche Überarbeitung verändert werden könnten, aber bei denen wir nicht wissen können, ob das überhaupt möglich ist.

Hier die vollständige Kommentierung:

Wiederaufbau der Potsdamer Innenstadt – Block III.UZ 171130

Siehe auch die Entwürfe auf www.potsdamermitte.de

Präsentation der Entwürfe für das Quartier III vor der Juryentscheidung

Zum ersten Mal beim Wiederaufbau der Potsdamer Mitte werden in einem Wettbewerbsverfahren die Entwürfe der 37 Bewerber für die 9 Lose mit 14 Gebäuden im Quartier III vor der Juryentscheidung der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Ansehen kann man sich ab dem 15.11.2017 die Architekturentwürfe für den sogenannten Block III, der nach Abriss der Fachhochschule errichtet werden soll. Die Pro Potsdam präsentiert diese in der „Roten Infobox“ auf dem Alten Markt.

Die Stadt Potsdam hatte von März bis Mai ein Interessenbekundungsverfahren zur Entwicklung des Blocks durchgeführt, zu dem 43 Bewerber zugelassen waren. Eine Auswahlkommission/Jury soll im Dezember die Auswahl für die 3. Baustufe treffen.

Die „Rote Infobox“ ist in den kommenden beiden Wochen (15.-17.11.2017 und 22.-25.11.2017) jeweils mittwochs bis freitags von 14:00 bis 19:00 Uhr und am Samstag von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Außerdem öffnet die „Rote Infobox“ erneut am 8. und am 9. Dezember 2017.

Eine sehr gute und anschauliche Präsentation mit Entwürfen unterschiedlicher Gestaltungsqualität und verschiedenen Nutzungskonzepten. Der erste Eindruck ist positiv! Ein Gewinn für die Potsdamer Mitte!

Auch im Internet abrufbar: Auswahlverfahren Block III – “ Am Alten Markt/Schloßstraße

Über die Grundstückskarte sind die einzelnen Lose der Bewerber abrufbar und die Gestaltung und Nutzungskonzepte bebildert bzw. erläutert. Es liegen Fragebögen für Kommentare aus, die vor der Juryentscheidung an die Auswahlkommission übermittelt werden.

BETEILIGEN SIE SICH!

 

Herr Oberbürgermeister Jakobs, wo ist Ihr Plan-B für das Rechenzentrum?!

Veröffentlicht in: Allgemein, Garnisonkirche, Langer Stall | 0

Am letzten Sonntag, den 29.10.2017 konnten die Potsdamer beim Fest zum Baubeginn der Garnisonkirche hautnah erleben, wie eine militante Gruppe von Wiederaufbaugegner auf dem kirchlichen Grundstück und auch aus dem Rechenzentrum heraus, lautstark den Gottesdienst mit Beschimpfungen und rüden persönlichen Beleidigungen störten und auch vor Straftaten nicht zurückschreckten. Diese Gruppe hat vorgeführt, wie man mit allen Mittel wieder und immer wieder versuchen wird, den Bau der Garnisonkirche durch den Erhalt des Rechenzentrums zu verhindern. Damit missbraucht man bewusst die großzügige Geste der Stadt, den Künstlern und Kreativen temporär einen Raum für ihre Arbeit in der Potsdamer Mitte zur Verfügung gestellt zu haben.

Am Mittwoch will die Stadtverordnetenversammlung einen Antrag auf Verlängerung der Nutzungsdauer des Rechenzentrums für weitere 5 Jahre bis 2023 beschließen und der Stiftung zur Zustimmung vorlegen. Was ist, wenn die Stiftung dieser Vertragsverlängerung nicht zustimmt, da die Praxis zeigt, dass Verträge und Garantien für diese Klientel nicht gelten? Hier wurde von Anfang an von selbsternannten Protagonisten laut artikuliert: „Wir gehen hier nicht mehr raus!“ und „Tschüss Garnisonkirche!“ Das alles bildet keine Grundlage für eine verlässliche Vertragsbindung. So kann die Stiftung ihren Stiftungszweck nicht einhalten.

Aber was dann? Wir fragen Sie, Herr Oberbürgermeister,

wollen Sie verantworten, dass es im Herbst 2018 dann zu einer Zwangsräumung des Rechenzentrums kommen muss?

Wollen Sie nach ihrer Verabschiedung in den Ruhestand ihrem*r Nachfolger*in ein massives ungelöstes Problem überlassen, dass dazu genutzt werden wird, die Stadtgesellschaft zu spalten?

Sollte die Stadt wirklich nicht in der Lage sein, für 250 Künstler und Kreative ein temporäres Ausweichquartier zu schaffen, bis mit vereinten Kräften in möglichst kürzester Zeit eine langfristige Alternativlösung für ein Kunst- und Kreativhaus in der Potsdamer Mitte geschaffen ist?

Ja, wir wollen die Künstler und Kreativen in der Mitte, als Impuls für eine bunte lebendige Innenstadt, nicht aber für einen Grundkonflikt, der eine eigentliche künstlerische Ausstrahlung unmöglich macht.

Lassen Sie nicht zu, dass die bisherigen positiven Anstrengungen der Künstler und Kreativen, die gemeinsam ein Zentrum für Kunst und Kultur in der Potsdamer Mitte geschaffen haben, beschädigt werden.

Wir fragen Sie, was ist ihr Plan-B in punkto Übergangsdomizil 2018 für die Künstler
und Kreativen in dieser Stadt?